Mit dem Heli gegen Echten und Falschen Mehltau
12. Juni 2010

Wenn die Hubschrauber-Spritzungen nicht wäre, müssten 420 Ahrwinzer ihre Weinberge selbst vom Boden aus spritzen.
Der Spritzhubschrauber zieht in diesen Tagen wieder über den Rebhängen zwischen Lohrsdorf und Altenahr seine Kreise. Nach Auskunft von Ingo Josten, Geschäftsführer der Raiffeisen-Genossenschaft an der Heerstraße in Bad Neuenahr, werden mit dem Heli etwa 180 Hektar der insgesamt 550 Hektar Rebfläche links und rechts der Ahr gegen Oidium und Peronospora, also gegen Echten und Falschen Mehltau, behandelt. Zusätzlich wird ein Präparat zur Blattstärkung gespritzt.
420 selbstvermarktende und nebenberufliche Winzer beteiligen sich in diesem Jahr an den acht bis zehn Spritzungen, die nötig sind, einen Mehltau-Befall der Reben während der gesamten Wachstumsperiode zu verhindern. Flachlagen dürfen in diesem Jahr aufgrund eines EU-Beschlusses nicht mehr mit dem Hubschrauber gespritzt werden.

Um sämtliche Weinberge zu spritzen, muss der Helikopter etwa 100 mal Spritzmittel nachtanken.
Bei dem Helikopter handelt es sich um einen amerikanischen Hughes 500. Er verfügt über eine 470 PS erzeugende Allison-Turbine, die ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern bei einer Reichweite von 600 Kilometern verleiht. Pro Flug versprüht das „Kraftei“ 300 Liter Pflanzenschutzmittel auf zwei Hektar (150 Liter pro Hektar, doppelseitig beflogen). Die Spitzmittel-Mengen variieren je nach Rebstadium. „Es handelt sich hier um ein streng kontrolliertes Pflanzenschutzverfahren, das gerade in den Steillagen der Ahr Zeit und erhebliche Arbeit, gerade bei Teilnehmern mit geringer Rebfläche, einspart“, erklärt Josten, dessen Unternehmen die Heli-Spritzung organisiert.
Text und Fotos: Manfred Schick


