Verliert Ahrweiler den Gebietsweinmarkt?
7. Mai 2011
Um den traditionellen Ahr-Gebietsweinmarkt während der Pfingstfeiertage in Ahrweiler zu finanzieren, sollen künftig die Gastronomen stärker zur Kasse gebeten werden als bisher. Der Verein Ahrtal-Tourismus, der die Geschäfte des veranstaltenden Ahrwein e.V. besorgt, werde in diesem Jahr erstmals für jeden Tisch im Außenbereich 10,25 Euro pro Tag in Rechnung stellen, wie die Rhein-Zeitung (RZ) heute berichtet.
Grund für diese Maßnahme: „Die Kosten für das Marketing der Veranstaltung lassen sich nicht mehr über den Zuschuss von 10.000 Euro finanzieren, den der Kreis Ahrweiler bislang für die Weinwerbung an die Tourismus- und Service GmbH Rhein Ahr Eifel (TSG) gegeben hat“, berichtet RZ-Redakteurin Beate Au. Mit der Auflösung der TSG würden dem Tourismus im Kreis Ahrweiler künftig insgesamt 250.000 Euro jährlich an Zuschüssen vom Kreis entgehen.
Basis für die Erhebung der Gebühr sei die Gewerbeordnung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler: Sie sehe bei Veranstaltungen mit Volksfestcharakter die Möglichkeit vor, von den Gastronomen einen Obolus einzufordern. Die Gäste der Veranstaltung würden Speisen und Getränke schließlich nicht nur an den Weinmarkt-Ständen verzehren, sondern auch in den umliegenden Restaurants und Kneipen.
Dieser Argumentation wollen aber nicht alle Gaststättenbetreiber folgen: „Es gibt Gastronomen, die zahlen von sich aus für alle vier Tage, andere spenden, obwohl sie keine Tische draußen haben, und einige sind der Meinung, dass sie keinen Weinmarkt brauchen“, verriet Oliver Piel, stellvertretender Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus, der RZ. Sollte sich der Konflikt zuspitzen, müsse darüber nachgedacht werden, „mit dem Weinmarkt aus Ahrweiler herauszugehen“, droht er. Immerhin: Nach heftigen Diskussionen hätten sich Ahrtal-Tourismus und Wirte jetzt auf ein Kompromiss geeinigt, die auch für das Winzerfest im September gelten soll: „Statt vier Tagen sollen nur zwei Festtage berechnet werden.“
Wohin sollte der Weinmarkt verlegt werden, wenn er Ahrweiler verlässt? Wären damit auch die Finanzierungsprobleme vom Tisch? Warum hat der Kreis Ahrweiler seine Tourismusförderung eingestellt? Immerhin lebt die Region zu einem großen Teil von den Einnahmen aus dem Tourismus! Diese Fragen lässt der RZ-Beitrag unbeantwortet.
- siehe auch: In Ahrweiler gärt es: Außengastronomie soll Werbung für Weinmarkt mitfinanzieren, rhein-zeitung.de vom 7. Mai 2011






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