Maibachfarm ist Kulisse für einen Winzer-Krimi
30. Dezember 2009
Ein waschechter Winzer-Krimi spielt sich derzeit im Weingut Maibachfarm in Ahrweiler ab. Der ehemalige Verwalter sei am gestrigen Dienstag vorläufig festgenommen worden – „unter anderem wegen des Verdachts der Untreue in besonders schwerem Fall.“ Das berichtet der General-Anzeiger (GA) heute. Es gehe um Vermögenswerte im siebenstelligen Euro-Bereich. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittele.
Das Weingut am Maibach, der durch ein stilles Seitental des Ahrtals fließt, ist Eigentum einer wohlhabenden Bonnerin, die die ehemalige Hühnerfarm im Jahr 1998 kaufte. Die Geschäftsführung überließ sie einem Verwalter, dem sie allem Anschein nach jahrelang blind vertraute. Der kaufte zehn Hektar Weinberge zusammen und zahlte dafür zum Teil völlig überhöhte Preise. Außerdem ließ er das Anwesen um-, eine Schnapsbrennerei und ein Käserei ein- und eine Schafzucht mit 400 Tieren aufbauen. Unter anderem ließ er ein Verwalterhaus abreißen und durch einen “Palast” ersetzen, berichtet der GA. Zudem stattete er den kleinen Weinbaubetrieb mit kostspieliger Kellereitechnik aus, die nach Einschätzung von Fachleuten eigentlich nur in Großbetrieben wirtschaftlich ist.
Naturschützer kritisieren, dass der Verwalter ein wertvolles Feuchtbiotop im Maibachtal trocken legen ließ. Um die nötigen Investitionen zu tätigen, habe der Verwalter horrende Verluste in Kauf genommen, berichtet der GA – allein in den Jahren von 2004 bis 2008 rund 5,2 Millionen Euro. Das habe die gutgläubige Eigentümerin schließlich stutzig gemacht. Deshalb suspendierte sie den ehemaligen Verwalter Ende August und beauftragte den in Bonn ansässigen Unternehmensberater Winfried Wieland mit der kaufmännischen Leitung der Farm und der Prüfung von Unterlagen. Vor allem aber solle er dafür sorgen, dass das kleine Gut innerhalb von drei Jahren wieder schwarze Zahlen schreibt, heißt es.
Als der ehemalige Verwalter sah, was auf ihn zukam, habe er „von einer Mitarbeiterin verlangt, diverse Akten zu vernichten“, berichtet GA-Redakteur Günther Schmitt. Als die Frau dieser Anweisung nicht nachkam und die Unterlagen stattdessen als Beweismittel in ein arbeitsrechtliches Verfahren eingebrachte, habe sie “unangenehmen Besuch” bekommen. „Sie dürfe nichts sagen, soll ihr nachdrücklich mit Schlägen eingebläut worden sein“, heißt es im GA. Interims-Verwalter Wieland sei ebenfalls bedroht worden.
Michael Hakner, Rechtsanwalt der Eigentümerin, sagte dem General-Anzeiger gestern: “Uns geht es jetzt in erster Linie darum, die Mitarbeiter zu schützen, die zuletzt massiv bedroht wurden und Todesängste erleiden mussten.”






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