„Das Glas Wein – gesundheitlich vorteilhaft oder schädlich?“ Um diese Frage dreht sich das nächste Treffen des Gesprächskreises Ahrwein am Dienstag, 21. April, ab 19 Uhr im Alten Ratssaal des Rathauses in Bad Neuenahr (Hauptstraße 116, Eingang auf der Gebäude-Rückseite neben Bürgerbüro).
In einer Zeit, in der der Konsum alkoholischer Getränke zunehmend kritisch diskutiert wird, stellt Dr. Gerhard Kreuter (Foto) Ergebnisse aus seiner langjährigen wissenschaftlichen Forschung zu den Auswirkungen von moderatem Weinkonsum auf die Gesundheit vor. Der Abend ordnet die aktuelle Debatte ein und setzt sie in Beziehung zur Bedeutung von Wein als Kulturgut und wichtigen Tourismusantrieb im Ahrtal.
Im Anschluss an den Vortrag sind Akteure aus der hiesigen Weinbranche zu einer offenen Diskussionsrunde eingeladen. „Gemeinsam möchten wir Wissenschaft, Praxis und regionale Perspektiven in den Dialog bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ahrwein e.V.
Damit es wie gewohnt auch etwas zu trinken gibt, bietet das Weingut Peter Lingen aus Hemmessen an diesem Abend auf Selbstzahlerbasis Weine an. Der Eintritt ist frei.
Wenn das Ahrtal eines kann, dann ist es: Menschen zusammenbringen – mit Wein, Wetter und einer Atmosphäre, die man nicht kopieren kann. Der diesjährige Tag der offenen Weinkeller hat das wieder eindrucksvoll gezeigt. Zwischen Altenahr und Heimersheim öffneten 17 Betriebe ihre Türen, und schon früh am Morgen des Samstags war klar: Das wird ein großer Tag für die Ahr.
Früh voll, lange voll – und überall gute Stimmung
In der Ahrweiler Altstadt ging es besonders flott los. Beim Weingut Franz Coels, einem der traditionsreichsten Familienbetriebe der Stadt, standen die ersten Gäste schon vor 11 Uhr in der Ahrhutstraße. Kein Wunder: Die Coels‑Familie ist seit Generationen eine feste Größe im Ahrweiler Weinleben – und wer einmal im Weingarten gesessen hat, weiß, warum so viele Stammgäste immer wiederkommen.
Aber auch anderswo lief es rund. Beim Weingut Lingen in Hemmessen herrschte durchgehend Betrieb, und die sonst übliche Mittagsflaute fiel diesmal komplett aus. Die Höfe waren voll, die Stimmung leicht, und viele Gäste nutzten die Gelegenheit, mehrere Stationen miteinander zu verbinden – Wandern, Probieren, Weiterziehen.
Dagernova: Eisgekühlter Pinot und ein volles Haus
Die Dagernova Weinmanufaktur war wieder ein Publikumsmagnet. Ein eisgekühlter Pinot sorgte für überraschte Gesichter und volle Gläser. Ab dem Nachmittag wurde es dort richtig eng – viele Besucherinnen und Besucher blieben länger als geplant, bevor sie später zur After‑Wine‑Party weiterzogen.
Während fast alle Betriebe einen starken Tag erlebten, traf es das Weingut Sermann hart. Die Sperrung zwischen Mayschoß und Altenahr und gleich zwei Zugausfälle machten den Weg dorthin, wie die Rhein-Zeitung berichtet, für viele Ahrweinfreunde schlicht zu umständlich. Der Familienbetrieb hatte dadurch deutlich weniger Gäste als erwartet – und das trotz aller Vorbereitung.
Inhaber Lukas Sermann nahm es sportlich und zeigte sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen im Tal. Aber klar ist: Kleinen Betrieben können solche Rahmenbedingungen richtig wehtun.
Ein Tag, der zeigt, wie lebendig die Ahr ist
Trotz dieses einen Schattens war der Tag der offenen Weinkeller ein starkes Signal:Die Ahr lebt, sie zieht Menschen an, sie begeistert – und sie zeigt, wie viel Herzblut in den Weingütern steckt, die hier seit Jahrzehnten (und oft seit Jahrhunderten) arbeiten.
Die Mischung aus Wetter, guter Organisation, offenen Höfen und neugierigen Gästen hat wieder bewiesen, warum solche Tage im Ahrtal mehr sind als nur Veranstaltungen. Sie sind ein Stück Identität.
Ahrtal‑Know‑how für die Hosentasche: Der aus Ahrweiler stammende, heute aber in Boppard lebende Martin Dickau hat die Weinbergslagen des Ahrtals digitalisiert und eine Handy-App entwickelt, die Wanderern zeigt, in welcher Weinbergslage sie sich gerade befinden. Heute lebt Dickau zwar am romantischen Mittelrhein, aber seine digitale Spur führt direkt in das Tal seiner Heimat zurück. Seit einigen Wochen kann man seine App gratis aus dem Android‑Store herunterladen.”Für Android läuft bereits der Beta-Test”, so Dickau, der auf eine Veröffentlichung der offiziellen Version in den nächsten zwei Wochen hofft.
Sie bringt etwas zurück, das nach der Flutkatastrophe vor knapp fünf Jahren vielerorts schmerzlich fehlt: Orientierung im Weinberg. Wer mit der App unterwegs ist, bekommt beim Blick durch die Kamera Antworten auf folgende Fragen:
Welche Lage ist das?
Welche Lagen befinden sich in der Nähe?
Wie ist die Ausrichtung?
Welcher Weingüter und Winzergenossenschaften bewirtschaftet hier Rebflächen?
Welcher Untergrund prägt den Wein?
Gerade im Ahrtal, wo viele Lagen neu gedacht, neu bepflanzt oder neu kartiert wurden, ist das ein echter Mehrwert. Der General‑Anzeiger nennt die App deshalb einen „digitalen Sommelier für die Hosentasche“.
Im Kartenmodus zeigt die App nicht nur Wege und Lagen, sondern auch:
Aussichtspunkte über dem Tal
Parkplätze in der Nähe der Steillagen
Gastronomie und Straußwirtschaften
Weingüter entlang der Rotweinroute
Damit wird jede Tour durchs Ahrtal ein Stück planbarer – und ein Stück genussvoller.
Die App verknüpft Lagen idealerweise direkt mit den Weinbaubetrieben, die dort Reben stehen haben. So kann man seine Wanderung so planen, dass man den passenden Ahr‑Spätburgunder genau dort probiert, wo er wuchs. Näher kann man dem Terroir kaum kommen.
Dickau arbeitet bereits daran, auch die übrigen rheinland‑pfälzischen Anbaugebiete einzubinden. Danach sollen Filter folgen – etwa für Top‑Lagen. Für das Ahrtal heißt das: Noch mehr Transparenz, noch mehr Orientierung, noch mehr Lust aufs Entdecken.
Die WeinLounge im Bad Neuenahrer Kurpark öffnet in diesem Jahr als Pop-up-Variante, die sich vom chilligen Beach-Teil und entlang der Wiesen am Ahr-Ufer entlang erstreckt. „Uns ist es wichtig, dass der Kurpark trotz der umfangreichen Bauarbeiten weiterhin auch Freizeitleben zulässt”, so Veranstaltungsmanager Dominik Kremer von der Ahrtal Marketing GmbH. “In Absprache mit den Baufachfachleuten vor Ort können wir sowohl die Klangwelle und die Uferlichter im Kurpark einplanen und außerdem eine attraktive Möglichkeit für die WeinLounge schaffen“, so Kremer weiter. Die Bauarbeiten würden so gut voranschreiten, dass an der Ahr bis zur Eröffnung der WeinLounge schon Teile der notwendigen Event-Infrastruktur neu installiert sind. Die Ahrtal Rauch GmbH betreibt die WeinLounge mit einem Gastrostand, in dem eine Auswahl an Ahrweinen und ein kleines Speisenangebot auf die Gäste warten.
Neben Ahrweinen von verschiedenen Weingütern werden wieder Sekte und Weincocktails angeboten. Wie gewohnt werden Liegestühle und Outdoor-Sessel sowie Esstische und Stühle am Ahrufer bereitgehalten. Die Pop-up-WeinLounge startet am Donnerstag, 23. April, und ist dann an jedem Wochenende donnerstags und freitags von 16 bis 21.30 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 13 bis 21.30 Uhr geöffnet.
„Wegen der bald beginnenden Arbeiten im restlichen Kurpark und am Ahrufer sei „noch nicht klar, wie lange die Lounge im Sommer betrieben werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ahrtal Marketing GmbH. Mai und Juni stünden fest, für die Folgemonate sind wir zuversichtlich, ebenfalls eine Lösung zu finden“, so AWG-Geschäftsführer Jan Ritter. Der Zugang zur Pop-up-WeinLounge ist gratis. Je nach Wetterlage können die Öffnungszeiten abweichen.